Ein Leitfaden zur BioFIT für Erstaussteller
Die BioFIT ist die europäische Partnering-Veranstaltung für Technologietransfer, Kooperationen zwischen Wissenschaft und Industrie und Life-Sciences-Deals in der Frühphase. Die 15. Ausgabe läuft am 10. und 11. Dezember 2026 im Marseille Chanot, dem Palais des Congrès et des Expositions am Rond-Point du Prado, veranstaltet von Eurasanté gemeinsam mit Clubster NSL, BioValley France, Eurobiomed und Medicalps. Sie findet gemeinsam mit der MedFIT statt, der entsprechenden Konvention für Medizintechnik, Diagnostik und Digital Health — zwei Zielgruppen teilen sich also zwei Tage lang eine Fläche.
Die Veranstaltung ist jährlich, der Austragungsort wandert jedoch. Die jüngsten Ausgaben fanden in Lille und in Straßburg statt, bevor diese in Marseille landet; der Ort, an dem Sie zuletzt ausgestellt haben, ist also mit ziemlicher Sicherheit nicht der aktuelle. Für die Gestaltung bedeutet das weniger als für die Logistik und für die Frage, welche Art Stand sich zu besitzen lohnt — auf beides kommen wir weiter unten zurück.
Was eine Partnering-Konvention wirklich ist und warum sie das Briefing verändert
Eine Messe verkauft Aufmerksamkeit. Eine Partnering-Konvention verkauft Zeit. Registrierte Delegierte erhalten einige Wochen vorher Zugang zu einer Partnering-Plattform, durchsuchen die Teilnehmerliste und schicken Terminanfragen an die Personen, mit denen sie sprechen wollen. Wenn jemand ins Flugzeug steigt, ist ein großer Teil beider Tage bereits mit Dreißig-Minuten-Terminen samt Namen und Uhrzeit belegt. Das Konferenzprogramm und die Pitch-Sessions füllen die Lücken.
Für Aussteller ist die Folge unmittelbar. Ihr Stand ist kein Schaufenster im Wettbewerb um eine flanierende Menge, denn es gibt keine flanierende Menge — er ist die Basis, an der Ihre gebuchten Termine stattfinden, plus die Chance, die Leute abzufangen, die zwischen ihren eigenen Terminen vorbeigehen. Gestaltung, die auf einer Produktmesse Applaus bekommt, mit offenen Sichtachsen und breiter Front, bleibt hier still unter ihren Möglichkeiten. Gestaltung, die als ruhiger Platz zum Hinsetzen mit einer Mappe lesbar ist, nicht.
Es gibt eine zweite Folge, die Erstaussteller unterschätzen: Vieles von dem, was besprochen wird, ist nicht öffentlich. Eine Transferstelle spricht über ein noch unveröffentlichtes Molekül, ein Start-up über eine noch nicht verkündete Finanzierungsrunde, eine Lizenzverhandlung läuft unter NDA. Solche Gespräche will man nicht an einem Stehtresen führen, anderthalb Meter vom Nachbarstand entfernt. Ein halbprivater Bereich ist auf der BioFIT mehr wert als auf fast jeder anderen Messe in unserem Kalender.
Gesprächskapazität: die Rechnung vor der Flächenbuchung
Diesen Abschnitt sollten Erstaussteller zweimal lesen, denn es ist die eine Rechnung, die zuverlässig einen schlechten Stand verhindert. Beginnen Sie beim Terminkalender, nicht beim Hallenplan.
Die BioFIT läuft über zwei Tage. Rechnen Sie die Eröffnung heraus, die Konferenztracks, die Ihre eigenen Leute besuchen oder bestreiten wollen, die Pitch-Sessions, das Mittagessen und die Kaffeepause, die jeder Besucher tatsächlich nimmt — dann bleiben realistisch rund sechs produktive Stunden pro Tag und Gesprächsplatz. Beim üblichen Dreißig-Minuten-Slot sind das etwa zwölf Termine pro Tisch und Tag und vierundzwanzig über die Messe, bevor die Realität ihren Abschlag nimmt. Gespräche ziehen über. Leute kommen von der anderen Hallenseite zu spät. Jemand bringt eine Kollegin mit und Sie brauchen einen dritten Stuhl. Rechnen Sie mit zehn pro Tag und Tisch und zwanzig über die Veranstaltung, dann werden Sie nicht enttäuscht.
Vergleichen Sie das mit dem, was Ihr Business-Development-Team tatsächlich gebucht hat. Ein Sitzplatz und vierzig bestätigte Termine passen nicht in dieselben zwei Tage, und der Überhang löst sich nicht auf — er wird zu Gesprächen im Gang, und genau dort fängt ein Stand für 12.000 € an, wie einer für 4.000 € zu arbeiten. Zwei Sitzplätze bringen Sie auf rund vierzig. Drei oder vier, was ein Stand von 24 bis 48 m² bequem trägt, bringen Sie auf sechzig bis achtzig und lassen zusätzlich Raum für den ungeplanten Besuch.
Die Faustregel, mit der wir arbeiten: Gesprächsplätze gleich gebuchte Termine geteilt durch zwanzig, aufgerundet, plus ein Stehtresen für die Laufkundschaft. Auf einem geteilten Clusterstand rechnen Sie diese Summe für alle Mitglieder zusammen — und prüfen dann die Uhrzeiten, denn sechs Unternehmen mit überschaubaren Kalendern können trotzdem alle denselben Tisch am Donnerstag um elf wollen.
Was an die Wand gehört, wenn es nichts auszustellen gibt
Die meisten BioFIT-Aussteller haben kein Produkt zu zeigen. Angeboten werden eine Lizenz, eine Kooperation, eine Dienstleistungskapazität oder eine Investmentthese — nichts davon steht auf einem Sockel. Die Wand ist hier also keine Dekoration; sie ist das Einzige, das die Qualifizierungsarbeit übernimmt, während Sie bereits mit jemand anderem im Gespräch sind.
Der Test ist einfach. Eine Forscherin, die zügig vorbeigeht, mit etwa drei Sekunden Zeit und ohne Absicht stehenzubleiben, sollte lesen können, in welchem Feld Sie arbeiten, in welchem Stadium das Asset ist und welche Art Deal Sie suchen. Indikationsgebiet oder Plattform. Präklinisch, klinisch oder ein Forschungswerkzeug. Verfügbar zur Lizenzierung, zur Co-Entwicklung oder auf der Suche nach Investment. Diese drei Zeilen, groß und schnörkellos gesetzt, leisten mehr als eine Seite Institutsprosa in Broschürengröße.
Ein Aushang-Prinzip funktioniert gut und wird zu selten genutzt: eine klare Spalte je Gelegenheit, jeweils mit Stadium und Ansprechpartner, sodass die Wand ein Menü ist und kein Leitbild. Es löst außerdem ein heikles Problem für Universitäten und Cluster, bei denen ein Stand viele unverbundene Technologien vertreten muss, ohne so zu tun, als ergäben sie eine einzige Geschichte. Wir setzen das als modulares Panelraster um, sodass Gelegenheiten zwischen den Ausgaben getauscht werden können, ohne das Gerüst neu zu bauen.
Cluster- und Konsortialstände: ein Pavillon, mehrere Kalender
Ein Merkmal der BioFIT ist, wie viele Stände geteilt werden. Regionalcluster, nationale Außenwirtschaftsagenturen, Inkubatoren und Transfernetzwerke nehmen regelmäßig einen Pavillon und bringen mehrere Mitgliedsunternehmen unter, jedes mit eigenem Terminplan gegen dasselbe Mobiliar.
Schlecht geplant ergibt das eine Wand aus Mitgliederlogos, zwei Tische und eine Warteschlange. Richtig geplant ergibt es einen Stand, auf dem die Mitglieder einzeln lesbar sind und die Sitzplätze verplant. Wir erbitten die Terminpläne der Mitglieder in der Entwurfsphase, zählen die gleichzeitigen Spitzen statt der Gesamtzahlen und empfehlen am Ende meist mehr Sitzplätze und weniger Displaymeter, als der Cluster ursprünglich im Sinn hatte. Ein kleiner Stehtresen verdient seinen Platz, indem er das Zehn-Minuten-Gespräch auffängt, das sonst einen für dreißig Minuten gebuchten Tisch besetzen würde.
Das Gerüst sollte die Mitgliederliste überleben. Wir bauen Mitgliederidentität als wechselbare Druckeinschübe in einem festen Systemrahmen, sodass die Kohorte des nächsten Jahres ein Druckauftrag ist und kein neuer Stand — was bei einer Messe, deren Austragungsort ohnehin jedes Jahr wechselt, mehr zählt als sonst.
Einen Stand von Frankfurt nach Marseille bringen
Frankreich gehört zur EU-Zollunion, also ist dies gewöhnliche innergemeinschaftliche Straßenfracht: kein Carnet, keine Zollanmeldung, keine Grenzformalitäten für den Stand. Das ist eine echte Vereinfachung gegenüber den europäischen Messen, die in die Schweiz oder nach Großbritannien führen, und einer der Gründe, warum ein in Frankfurt gebauter Stand für eine französische Ausgabe sinnvoll ist.
Es ist stattdessen eine lange Fahrt zu einer unbequemen Jahreszeit. Frankfurt–Marseille ist ein voller Tag Fahrt und mehr, und das Dezemberwetter im Rhône-Korridor — Mistralwinde, gelegentlicher Schnee auf den Zufahrten — ist einen Tag Planungspuffer wert und kein Achselzucken. Für die Dezember-Konventionen verladen wir früher als für eine deutsche Frühjahrsmesse, aus dem einfachen Grund, dass das Aufbaufenster hier keine späte Ankunft verzeiht.
Am Veranstaltungsort läuft Ausstellergut über einen Frachtdienstleister vor Ort, mit eigener Adresse, eigenen Beschriftungsvorgaben und festen Anliefertagen. Normale Postdienste liefern nicht auf das Gelände. Wenn Sie etwas getrennt vom Stand versenden — Literatur, einen Musterkoffer, vorausgeschickte Technik —, muss es die Vorgaben des Dienstleisters exakt befolgen und Ihre Standnummer tragen. Für den Stand selbst übernehmen wir das und sagen Ihnen genau, wo unsere Zuständigkeit endet, statt Sie die Grenze an der Laderampe entdecken zu lassen.
Standgröße: die Wahl zwischen 9, 18, 24 und 48 Quadratmetern
Neun Quadratmeter sind auf der BioFIT ein arbeitsfähiger Stand und keine Entschuldigung. Sie geben Ihnen eine Rückwand über die volle Höhe für Ihren Lizenztext, einen Gesprächsplatz und einen Tresen — genug für eine Technologietransferstelle oder ein einzelnes Start-up mit überschaubarem Kalender, und die Größe, die ein guter Teil der Fläche nimmt.
Achtzehn ist die Größe, auf die die meisten Erstaussteller schauen sollten. Zwei Sitzplätze plus Tresen decken rund vierzig gebuchte Termine über zwei Tage ab, lassen Raum für den, der unangekündigt stehenbleibt, und geben der Wand genug Länge, um mehrere Gelegenheiten aufzulisten statt einer.
Bei vierundzwanzig Quadratmetern wird eine halbprivate Besprechungsecke praktikabel, und auf einer Konvention, die auf unveröffentlichten Pipelines und noch nicht verkündeten Finanzierungen beruht, ist diese Ecke oft der wertvollste Teil des Standes. Es ist auch der Punkt, an dem ein Cluster mit drei oder vier Mitgliedern richtig funktioniert und nicht nur hineinpasst.
Achtundvierzig und mehr ist Pavillongebiet: mehrere geschlossene oder abgeschirmte Besprechungsbereiche parallel, Mitgliederzonen mit eigener Identität und ein Hospitality-Punkt, der die Leute zwischen den Terminen auf dem Stand hält. Jenseits von rund sechzig Quadratmetern kann ein Doppelstock Besprechungsräume nach oben verlagern, ohne das Erdgeschoss zu verbrauchen — bei einer zweitägigen Konvention mit einem einzigen Abend Aufbauzeit würden wir allerdings besprechen wollen, ob die zusätzliche Riggingzeit das wert ist.
Was ein BioFIT-Stand nach Größe kostet
Die folgenden Spannen verstehen sich komplett für Design, Fertigung, Grafik, Straßenfracht, Auf- und Abbau. Nicht enthalten sind die Standflächenmiete an den Veranstalter und die Bestellungen für Strom und Messedienste beim Veranstaltungsort. Für eine französische Ausgabe fällt keine Zollposition an.
- 9 m² modular, ein Gesprächsplatz: 4.100–8.700 €
- 18 m² modular, zwei Gesprächsplätze: 4.800–10.100 €
- 24 m² individuell mit halbprivater Besprechungsecke: 11.500–15.000 €
- 30 m² individuell mit geschlossenem Besprechungsraum: 15.000–19.000 €
- 48 m² Clusterpavillon mit parallelen Besprechungsbereichen: 19.000–26.000 €
- 60–80 m² Premium oder Doppelstock: 34.000 €–48.000 €
Die häufigsten Fehler, nach Häufigkeit geordnet
Mit Abstand am häufigsten: Fläche statt Sitzplätze kaufen — ein breiter, gut aussehender Stand mit einem Tisch und ein Business-Development-Team, das die Hälfte seiner Termine im Stehen führt. Zweitens eine Wand, die sagt, wer Sie sind, statt was verfügbar ist, was Sie jedes ungeplante Gespräch auf der Fläche kostet. Drittens einen geteilten Clusterstand als Markenübung behandeln und die Terminkollision am Donnerstagmorgen entdecken. Viertens Material per normaler Post an den Veranstaltungsort schicken, was nicht funktioniert. Fünftens die Fracht so planen, als wäre Dezember im Rhône-Korridor dasselbe wie Mai auf der A5. Alle fünf werden in der Planungsphase gelöst oder gar nicht.
So fangen Sie an
Schicken Sie uns drei Dinge: die vom Veranstalter zugeteilte Standgröße, ungefähr wie viele Partnering-Termine Ihr Team über die zwei Tage erwartet, und ob der Stand Ihnen allein gehört oder mit Mitgliedsunternehmen geteilt wird. Das genügt uns, um die Gesprächsplätze sauber auszulegen. Sagen Sie uns außerdem, ob Gespräche wirklich vertraulich sein müssen, denn das ändert den Grundriss und nicht die Oberfläche. Sie erhalten einen 3D-Entwurf und ein aufgeschlüsseltes Komplettangebot, kostenlos und unverbindlich.
Weil die BioFIT jedes Jahr den Austragungsort wechselt — Lille, dann Straßburg, jetzt Marseille —, ist hier ein reisefähiges Gerüst die sinnvolle Anschaffung und kein auf eine Halle zugeschnittener Bau. Ein modulares System packt in Rollcases, lagert zwischen den Ausgaben in unserem Frankfurter Lager und bekommt für die nächste Stadt frische Grafik — was auch zu einer Messe passt, deren Mitgliederlisten und Lizenzgelegenheiten sich jährlich ändern. Unsere modularen Messestände sind genau für dieses Muster gebaut.












